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Glossar · Online-Marketing

Proof of Concept (PoC)

Ein Proof of Concept ist eine Mini-Implementierung zur Validierung einer Idee oder Lösung — typischerweise vor Vollinvestition. Im B2B-Vertrieb zentrales Zwischen-Format.

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Was ist ein Proof of Concept (PoC)?

Ein Proof of Concept (PoC) ist eine begrenzte Mini-Implementierung oder Demonstration, mit der vor einer vollumfänglichen Investition geprüft wird, ob eine Lösung das gewünschte Ergebnis tatsächlich liefert. Im B2B-Kontext wird der PoC vor allem in drei Situationen eingesetzt:

  • Software-Auswahl — funktioniert das Tool in unserer realen Datenumgebung?
  • Industrie-Anlagen — leistet die Maschine das Versprochene unter unseren Produktions-Bedingungen?
  • Beratungs-Mandate — bringt die Methodik nachweisbaren Mehrwert in einem ersten Teilbereich?

PoC vs. Pilot vs. MVP — die Abgrenzung

Ähnliche, aber unterschiedliche Konzepte:

  • PoC — beweist, dass etwas grundsätzlich funktioniert (Konzept-Validierung)
  • Pilot — testet die Lösung im operativen Einsatz, oft mit begrenzter Nutzer-Gruppe
  • MVP (Minimum Viable Product) — die kleinste lieferbare Version eines Produkts, oft für Markttests

PoC im B2B-Sales-Prozess

Drei strategische Funktionen eines PoCs im Vertrieb:

  1. Risiko-Reduktion — der Kunde investiert wenig, um viel zu lernen
  2. Trust-Building — der Anbieter zeigt Leistung statt sie nur zu versprechen
  3. Champion-Aufbau — der PoC-Verantwortliche im Kunden-Unternehmen wird zum internen Fürsprecher

Erfolgs-Kriterien sauber definieren

Häufiger PoC-Fehler: kein klares Erfolgs-Kriterium. Was passiert, wenn der PoC „erfolgreich“ abgeschlossen ist? Folgt automatisch der Vollauftrag? Wer entscheidet was anhand welcher Metrik?

Vor PoC-Start sollten geklärt sein:

  • Was wird konkret gemessen?
  • Welcher Wert gilt als Erfolg?
  • Was passiert bei Erfolg, was bei Misserfolg?
  • Wer entscheidet auf welcher Seite?

Kostenstruktur — wer bezahlt den PoC?

Drei Modelle sind verbreitet:

  1. Kostenloser PoC — Anbieter trägt die Kosten als Vertriebs-Investition
  2. Bezahlter PoC mit Anrechnung — Kunde zahlt vorab, der Betrag wird bei Folgeauftrag angerechnet
  3. Vollbezahlter PoC ohne Anrechnung — Kunde zahlt unabhängig vom späteren Verlauf

Im inhabergeführten B2B-Mittelstand ist das Modell „bezahlt mit Anrechnung“ oft die seriösere Variante — sie testet Commitment auf beiden Seiten.

Was ein PoC nicht ist

Ein PoC ist kein verkleinerter Vollauftrag und keine Probe-Phase ohne Aufwand. Wer den PoC als billige Sondierungs-Möglichkeit missversteht, produziert oft Erkenntnis-Nullsummen — beide Seiten investieren Zeit ohne nachvollziehbare Entscheidungs-Grundlage.

Häufige Fragen

Wann lohnt sich ein PoC im B2B-Sales-Prozess?
Bei komplexen Investitionsgütern mit hohem Risiko oder Erklärungsbedarf — wenn der Kunde sonst zögert oder lange braucht. Der PoC reduziert das Risiko der Erstinvestition und beweist die Lösungs-Tauglichkeit. Bei standardisierten Produkten mit klarem Use-Case ist ein PoC oft unnötiger Aufwand.
Was kostet ein PoC den Anbieter?
Realistisch 5-15 Prozent des erwarteten Hauptauftrag-Wertes. Wenn das aufgewendete PoC-Volumen höher liegt, ist das Verhältnis kritisch. Manche Anbieter berechnen den PoC, lassen den Betrag aber bei Folgeauftrag anrechnen — Commitment-Test in beide Richtungen.